Langzeitdynamik einer Kammmolchpopulation (Triturus cristatus) bei Bonn auf Basis individueller Wiedererkennung

von Daniel Ortmann, Bonn

Die Diplomarbeit wurde von Prof. Dr. Wolfgang Böhme betreut und im Zoologischen Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn erstellt. Finanzielle Mittel standen aus dem E+E-Vorhaben "Entwicklung von Amphibienlebensräumen in der Agrarlandschaft" zur Verfügung. Die Arbeit wurde im Juni 2004 abgeschlossen

Zitat: Ortmann, D. (2004): Langzeitdynamik einer Kammmolchpopulation (Triturus cristatus) bei Bonn auf Basis individueller Wiedererkennung. - unveröff. Diplomarbeit, Zool. Forschungsinstitut Museum A. Koenig, Universität Bonn, 140 S.

Gegen eine Unkostenerstattung in Form einer Vorabüberweisung von 15 Euro inkl. Versandkosten kann die Arbeit in gebundener Form zum eigenen Gebrauch zur Verfügung gestellt werden (s. Kontakte).

 

Zusammenfassung

Im Rahmen des E + E – Vorhabens „Entwicklung von Amphibienlebensräumen in der Zivi-lisationslandschaft“ wurden auf Basis eines aus drei künstlichen und zwei natürlichen Gewässern bestehenden Biotopverbundes die Populationen der seltensten Amphibienart im Untersuchungsgebiet im Hinblick auf ihre Gefährdung und die langfristigen Überlebenschancen untersucht.
Hierzu wurden zunächst die beiden wichtigsten feldherpetologischen Untersuchungsmethoden der Fangzaun und die Unterwassertrichterfallen kritisch und vergleichend auf ihre Effektivität für den Kammmolch untersucht. Das überraschende Ergebnis war, dass schon nach 14 Fangtagen die Unterwassertrichterfallen effektiver sein können als ein Fangzaun, der zehn Monate lang kontrolliert wird. Eine weitere wichtige Erkenntnis ist die Tatsache, dass der Fangzaun das Migrationsverhalten der Kammmolche negativ beeinflussen kann. Somit muss konstatiert werden, dass für mehrjährige populationsökologische Studien die Unterwassertrichterfallen die bessere und schonendere Fangmethode für den Kammmolch sind.

Im Hinblick auf die Habitatqualität fällt auf, dass nur eines der fünf Untersuchungsgewässer, das Erlenmaar, den ökologischen Ansprüchen dieser verhältnismäßig anspruchsvollen Art gerecht wird. Keines der drei künstlichen Gewässer ist geeignet um Kammmolchpopulationen mittel- und langfristig zu erhalten.

Die Situation des Kammmolches im Untersuchungsgebiet ist insgesamt als kritisch zu bewerten. Zwar hat sich die Gesamtpopulation insgesamt sehr positiv entwickelt und es ist seit Beginn der Untersuchung im Jahre 1989 ein signifikanter Zunahmetrend zu erkennen, dennoch sind einige Faktoren zu Tage getreten, die das Überleben des Kammmolches im Gebiet erschweren. Bei der Bewertung der Habitqualität fällt auf, dass von den fünf Untersuchungsgewässern nur das Erlenmaar den ökologischen Ansprüchen dieser Art entspricht. Dies führte dazu, dass sich auch 14 Jahre nach Anlage der Gewässer an keinem der drei Folieteiche eine Population von mehr als 10-15 Adulttieren entwickeln konnte. Die Tatsache, dass somit der Gesamtbestand des Untersuchungsgebietes überwiegend von der Population im Erlenmaar abhängt, verringert die langfristige Überlebenschance in erheblichem Maße.

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