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Demökologie
der Erdkröte (Bufo bufo LINNAEUS 1758) an
fünf Kleingewässern im Drachenfelser Ländchen
bei Bonn unter besonderer Berücksichtigung der
Mortalität durch die Krötengoldfliege (Lucilia
bufonivora MONIEZ 1876)
von Regine Damaschek, Siegburg
Die Diplomarbeit wurde
von Prof. Dr. Wolfgang Böhme betreut und im Zoologischen
Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig an
der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität
in Bonn erstellt. Finanzielle Mittel standen aus dem
E+E-Vorhaben "Entwicklung von Amphibienlebensräumen
in der Agrarlandschaft" zur Verfügung. Die
Arbeit wurde im Juni 2003 abgeschlossen
Zitat: Damaschek, R. (2003): Demökologie
der Erdkröte (Bufo bufo LINNAEUS 1758) an fünf
Kleingewässern im Drachenfelser Ländchen bei
Bonn unter besonderer Berücksichtigung der Mortalität
durch die Krötengoldfliege (Lucilia bufonivora
MONIEZ 1876). - unveröff. Diplomarbeit, Zool. Forschungsinstitut
Museum A. Koenig, Univeristät Bonn, 95 S.
Gegen eine Unkostenerstattung in
Form einer Vorabüberweisung von 15 Euro inkl. Versandkosten
kann die Arbeit in gebundener Form zum eigenen Gebrauch
zur Verfügung gestellt werden (s. Kontakte).
Zusammenfassung
Während der 3. Projektphase des E+E-Vorhabens
"Amphibien in der Zivilisationslandschaft"
wurden sowohl An- und Abwanderbewegungen von zum Teil
individuell markierten Erdkröten (Bufo bufo)
an fünf Kleingewässern einer Agrarlandschaft
im Drachenfelser Ländchen südlich von Bonn
registriert, als auch der Befall dieser Tiere mit dem
Parasitoiden Lucilia bufonivora quantitativ erfasst.
Dadurch wurde es möglich, die Bestandsentwicklung
der Erdkrötenpopulation zu analysieren und die
verschiedenen möglichen Ursachen für den gegebenen,
zahlenmäßigen Rückgang dieser Art zu
untersuchen.
Erhoben und ausgewertet wurden für Bufo bufo neben
den Bestandszahlen auch Daten zur Phänologie, der
Biometrie und des Verhaltens auch im Hinblick auf geschlechtsspezifische
Unterschiede. Aus den Wiederkehrraten wurden Überlebenswahrscheinlichkeiten
errechnet. Befallsraten durch Lucilia bufonivora
wurden sowohl für alle Altersgruppen der Erdkröte,
als auch für die beiden Geschlechter und zusätzlich
Gewässer bezogen ermittelt und diskutiert. Es gibt
eine Reihe von Hinweisen, dass die früheren Populationsgrößen
von Bufo bufo im Zentralgewässer (Erlenmaar) mit
dem Vorhandensein eines Fischbesatzes im Zusammenhang
standen. Nach deren Aussterben brach die Population
stark ein und fiel dann von Jahr zu Jahr auf ein heute
sehr geringes Niveau ab. Inzwischen sind alle fünf
Gewässer für die Art Bufo bufo als "sinks"
zu werten, die allerdings von Erdkröten einer außerhalb
des Untersuchungsgebietes liegenden "source"
jährlich Zuwanderung erhalten.
Der weitaus größte Teil der Adulti (ca.
95%) nutzt auch während der Sommeraktivitäten
keine weiteren Gewässer als das "eigene"
Laichgewässer.
Lucilia bufonivora kann bedeutende Teile einer
Sommerpopulation vernichten, wenn das Gewässer
an ihrem bevorzugten Habitat (doldenblütenreiches
Offenland) anliegt. Das Risiko letal zu erkranken ist
bei Weibchen besonders hoch. Vor der ersten Überwinterung
einer Erdkröte ist mit einer Infektion durch Lucilia
so gut wie nie zu rechnen.
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