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Die
Braunfrösche Rana dalmatina BONAPARTE, 1840
und Rana temporaria LINNAEUS, 1758 im Drachenfelser
Ländchen bei Bonn: Ein Vergleich hinsichtlich Fortpflanzungsstrategie,
Populationsdynamik und -genetik
von Gregor Bosbach, Bonn
Die Diplomarbeit wurde
von Prof. Dr. Wolfgang Böhme betreut und im Zoologischen
Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig an
der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität
in Bonn erstellt. Finanzielle Mittel standen aus dem
E+E-Vorhaben "Entwicklung von Amphibienlebensräumen
in der Agrarlandschaft" zur Verfügung. Die
Arbeit wurde im März 2003 abgeschlossen
Zitat: Bosbach, G.(2003): Die Braunfrösche
Rana dalmatina BONAPARTE, 1840 und Rana temporaria LINNAEUS,
1758 im Drachenfelser Ländchen bei Bonn: Ein Vergleich
hinsichtlich Fortpflanzungsstrategie, Populationsdynamik
und -genetik.- unveröff. Diplomarbeit, Zool. Forschungsinstitut
Museum A. Koenig, Universität Bonn, 115 S.+ Anhang
Gegen eine Unkostenerstattung in
Form einer Vorabüberweisung von 20 Euro inkl. Versandkosten
kann die Arbeit in gebundener Form zum eigenen Gebrauch
zur Verfügung gestellt werden (s. Kontakte).
ZUSAMMENFASSUNG
Die in dieser Arbeit durchgeführten
populationsökologischen Untersuchungen der beiden
Braunfroscharten Rana dalmatina und Rana temporaria
fanden im Rahmen des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens
(E+E) "Entwicklung von Amphibienlebensräumen
in der Zivilisationslandschaft" statt. Hierbei
sollten die im Untersuchungsgebiet syntopen Arten hinsichtlich
ihrer Populationsdynamik, ihrer Fortpflanzungsstrategie
(Altersstruktur und Geschlechterverhältnis der
Adulti, Fekundität der Weibchen, Überlebensrate
der Jungtiere) sowie ihrer genetischen Variabilität
verglichen werden. Im langjährigen Vergleich mit
den Daten aus den früheren Projektabschnitten wiesen
beide Arten an den Gewässern teils extreme Populationsschwankungen
auf. Im Gegensatz zu den ersten Untersuchungsjahren
von 1989 bis 1993 waren die Bestände der Laichpopulationen
in den Jahren 2000 bis 2002 stark zurückgegangen.
Für beide Arten waren in dieser Zeit nur jeweils
zwei der insgesamt fünf Gewässer für
die Reproduktion von Bedeutung. Hinsichtlich der Fekundität
der Weibchen wurden artspezifische Tendenzen der Parameter
Eigröße und Eizahl ermittelt. So legten Grasfroschweibchen
mehr, aber auch kleinere Eier als Springfroschweibchen.
Korrelationen zwischen der Anzahl Eier und der Kopf-Rumpf-Länge
bzw. dem Alter der Weibchen konnten nicht nachgewiesen
werden. Dagegen stieg der mittlere Durchmesser der Eier
mit zunehmendem Gewicht der Weibchen. Die Überlebensrate
der Jungtiere beider Arten variierte sowohl zwischen
den Gewässern als auch im jährlichen Rhythmus
teilweise erheblich, bewegte sich aber für beide
Arten in Bereichen unter 4 %. Die juvenilen Springfrösche
erreichten im Allgemeinen deutlich höhere Überlebensraten
als die Grasfrösche. Die hohen Mortalitätsraten
in der larvalen Entwicklung vom Schlupf bis zur Metamorphose
sind wahrscheinlich auf Prädation und Larvendichte
zurückzuführen. 5. Zusammenfassung 93 Bei
beiden Arten war anhand enzymelektrophoretischer Untersuchungen
ein deutlicher Genfluss zwischen den Lokalpopulationen
feststellbar; es handelte sich jedoch nicht um panmiktische
Systeme, da sich zwischen den einzelnen Gewässern
signifikante Unterschiede feststellen ließen.
Obwohl der Springfrosch im Untersuchungsgebiet bezüglich
der Individuenzahl die dominantere Art darstellte, war
seine genetische Variabilität deutlich geringer
als die des Grasfrosches. Die von Rana dalmatina
bevorzugten Laichgewässer lagen zwar näher
beieinander als die von R. temporaria. Dennoch
erwies sich der Springfrosch - ausgedrückt durch
einen niedrigeren Nm-Wert, der die Migration von Individuen
einer Population zwischen den Gewässern beschreibt
- weniger mobil als der Grasfrosch. Seine Populatinen
scheinen also einer höheren Isolation zu unterliegen
als die des Grasfrosches.
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